Fake News und Desinformation

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Fake News und Desinformation

Nicht jede falsche Information ist Desinformation. Entscheidend sind Entstehung, Absicht, Kontext und die Art ihrer Verbreitung.

Fake News als animiertes Modell

Die Animation führt durch fünf Kriterien, mit denen wir Fake News und verwandte Phänomene einordnen: Wahrheitsgehalt, Absicht, Kanal, Form und Wirkung.

Animation in einer grossen Einzelansicht öffnen

News und Fake News im Kommunikationsprozess

Kommunikationsmodell für journalistische Nachrichten
Journalistische Nachricht: Information, nachvollziehbare Form und öffentliche Funktion.
Kommunikationsmodell für Fake News
Fake News: interessengeleitete Absicht, Emotionalisierung und angestrebte Wirkung.

Begriffe unterscheiden

Der Ausdruck «Fake News» wird sehr unterschiedlich verwendet. Er kann vollständig erfundene Nachrichten, irreführende Darstellungen oder pauschale Angriffe auf unerwünschte Medienberichte bezeichnen. Für eine genaue Analyse sind differenziertere Begriffe hilfreicher.

Fehlinformation

Eine unzutreffende oder missverständliche Information, die ohne Täuschungsabsicht weitergegeben wird.

Desinformation

Falsche oder irreführende Information, die bewusst erzeugt oder verbreitet wird, um Wahrnehmung oder Verhalten zu beeinflussen.

Dekontextualisierung

An sich echtes Material wird aus seinem ursprünglichen Zusammenhang gelöst und dadurch irreführend interpretiert.

Wie Desinformation wirkt

Aufmerksamkeit

Emotionalisierende, überraschende oder empörende Inhalte werden eher wahrgenommen und geteilt.

Wiederholung

Wiederholt begegnende Aussagen können vertrauter und dadurch glaubwürdiger erscheinen.

Identität

Inhalte überzeugen leichter, wenn sie bestehende Überzeugungen, Gruppenzugehörigkeiten oder Feindbilder bestätigen.

Die Wirkung entsteht selten durch einen einzelnen Beitrag. Häufig entscheidend ist das Zusammenspiel aus Botschaft, Absender, sozialem Umfeld, Plattformlogik und Wiederholung.

Fünf Fragen für die erste Einordnung

  1. Was wird genau behauptet? Tatsachenaussage, Meinung, Prognose oder Interpretation?
  2. Wer verbreitet die Aussage? Ist die ursprüngliche Quelle erkennbar und fachlich zuständig?
  3. Welche Belege werden genannt? Lassen sie sich unabhängig auffinden und nachvollziehen?
  4. Welcher Kontext fehlt? Stimmen Zeitpunkt, Ort, Ausschnitt und ursprüngliche Bedeutung?
  5. Was sagen weitere verlässliche Quellen? Gibt es Bestätigung, Widerspruch oder begründete Unsicherheit?

Nächster Schritt: systematisch prüfen

Der Prüfbereich zeigt konkrete Vorgehensweisen für Quellen, Behauptungen, Bilder und Videos.